Roger Küng
Head of Operations EnergyCuringRAHN AG
Ganz gleich, ob wir über die Gesundheitsbranche, die Zahnmedizin oder Wearables sprechen: Biokompatible Harze sind von grösster Bedeutung, um die Gesundheit und den Komfort des Trägers zu gewährleisten. In diesem Artikel betrachten wir die gängigsten Branchen und Anwendungen, darunter:
Biokompatible Harze sind Materialien, die so konzipiert sind, dass sie mit lebenden Geweben und biologischen Systemen kompatibel sind. Hierbei ist es jedoch wichtig zu beachten, dass der Begriff „biokompatibel“ keine einheitliche Eigenschaft darstellt.
Entgegen der landläufigen Meinung können bestimmte Rohstoffe oder Rohstoffklassen nicht den Anspruch erheben, biokompatibel zu sein. Vielmehr muss das fertige Produkt getestet werden, um die endgültige Zertifizierung zu erhalten. In den USA müssen Unternehmen sogar dasselbe 3D-Harz auf verschiedenen Druckern von der FDA qualifizieren lassen. Entscheidend für die Biokompatibilität sind Faktoren wie der Modifikationsgrad, der Anwendungskontext und die Einhaltung von Standards, insbesondere ISO 10993. biokompatible 3D-Druckmaterialien werden vor allem im Gesundheitsbereich eingesetzt, wo sie mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen. Sie interagieren mit biologischen Systemen, ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu verursachen.
Daher können verschiedene Materialien, abhängig u. a. von den folgenden Faktoren, unterschiedliche Grade an Biokompatibilität aufweisen:
Biokompatible Harze werden in verschiedenen Anwendungen eingesetzt, insbesondere im Gesundheitsbereich, wo sie mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen. Das Hauptmerkmal biokompatibler Harze ist daher ihre Fähigkeit, mit biologischen Systemen zu interagieren, ohne Schäden oder Nebenwirkungen hervorzurufen.
Im folgenden Abschnitt werden Anwendungen beschrieben, die biokompatible Harze bzw. biokompatible 3D-Druckmaterialien erfordern:
Biokompatible Materialien spielen in der Zahnmedizin eine zentrale Rolle, da sie die Verträglichkeit mit dem Mundgewebe gewährleisten und Nebenwirkungen minimieren.
Biokompatible Materialien werden häufig in der Medizintechnik eingesetzt, um die Verträglichkeit mit dem menschlichen Körper zu gewährleisten und sichere und wirksame Behandlungen zu ermöglichen.
Die Integration biokompatibler Materialien und 3D-Druck hat zu neuen tragbaren Anwendungen geführt, bei denen Benutzerkomfort, Sicherheit und Funktionalität im Vordergrund stehen.
Zur Herstellung biokompatibler Produkte können verschiedene 3D-Druckverfahren eingesetzt werden. Stereolithographie (SLA), Digital Light Processing (DLP) sowie Material Jetting gehören hierbei zu den beliebtesten Druckverfahren.
| SLA | DLP | Material Jetting | |
| Verfahren | UV-Laser härtet Harz selektiv aus | Digitaler Lichtprojektor härtet Harz aus | Tintenstrahlähnliche Technologie trägt Harz auf und härtet es aus |
| Geschwindigkeit | Moderat | Schnell | Schnell |
| Materialvielfalt | Limitiert (wachsend) | Limitiert (wachsend) | Hoch (unterstützt Multimaterialdruck) |
| Biokompatible Harze | Verfügbar, die Auswahl ist jedoch eingeschränkt | Verfügbar, die Auswahl ist jedoch eingeschränkt | Erhältlich mit einer breiten Palette biokompatibler Harze |
| Kosten | Moderat | Moderat | Moderat bis hoch |
Bei der Stereolithographie (SLA) wird ein UV-Laser eingesetzt, um das Harz Schicht für Schicht selektiv auszuhärten und es in die gewünschte Form zu verfestigen. SLA bietet eine hohe Auflösung und Oberflächengüte und eignet sich daher für komplexe biomedizinische Modelle, die strenge Anforderungen erfüllen.
Ähnlich wie bei SLA nutzt Digital Light Processing (DLP) einen digitalen Lichtprojektor, um flüssiges Harz Schicht für Schicht auszuhärten. Allerdings projiziert DLP eine ganze Ebene gleichzeitig, was den Druckvorgang beschleunigt.
Biokompatible Harze für DLP sollten eine geringe Schrumpfung und eine hohe Genauigkeit aufweisen, wodurch sie für zahnmedizinische Anwendungen und Schablonen geeignet sind.
Beim Material Jetting wird dagegen ein tintenstrahlähnliches Verfahren angewendet, um Schichten aus Photopolymerharz aufzutragen, die durch UV-Licht sofort ausgehärtet werden. Dieser Prozess ermöglicht es, Teile mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften herzustellen. Biokompatible Harze werden u. a. in Hörgeräten und anatomischen Modellen für die Operationsplanung verwendet. Alle Verfahren sind geeignet, biokompatible 3D-Druckmaterialien zu verarbeiten, die speziell für medizinische Anwendungen entwickelt wurden.
Für den biokompatiblen 3D-Druck stehen verschiedene Materialklassen zur Verfügung:
Silikonbasierte Materialien ermöglichen die Herstellung leistungsstarker, biokompatibler 3D-Drucke in verschiedenen Shore-Härten. Sie entsprechen der Norm ISO 10993 und werden häufig in Industrie, Medizin und Konsumgütern eingesetzt. Diese Materialien können mittels Stereolithographie (SLA) gedruckt werden.
Dieses hochfeste Material ist mehrfach sterilisierbar und wird per Direct Metal Laser Sintering (DMLS) verarbeitet. Obwohl es weniger korrosionsbeständig als Titan oder Kobalt-Chrom ist, eignet es sich hervorragend für chirurgische Instrumente und temporäre Implantate.
GENOMER* 1232M: PEG200DMA (Polyethylenglycol (200) Dimethacrylat) Monomer. Niedrigviskos, gute Härte und Hitzebeständigkeit. Einsatzgebiet: 3D-Druck, Kunststoffbeschichtungen, Medizinalprodukte.
GENOMER* 1251M: PEG400DMA (Polyethylenglycol (400) Dimethacrylat) Monomer. Niedrigviskos, sehr flexibel, gute Haftung, hohe Klarheit, sehr niedriger Aschegehalt. Ideal als Reaktivverdünner im 3D-Druck, insbesondere bei Guss- oder Wachsausbrandverfahren.
GENOMER* 4205: Urethan-Methacrylat mit hohem E-Modulus und hoher Zugfestigkeit. Ausgezeichnete Lichtechtheit sowie Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit. Anwendungsbeispiele: langlebige, flexible Teile in der Medizintechnik oder Beschichtungen für medizinische Geräte.
GENOMER* 4247: Aliphatisches Urethan-Methacrylat. Erzeugt Schichten mit außerordentlicher Härte und sehr guten mechanischen Eigenschaften. Geeignet für medizinische Komponenten, die extreme Festigkeit erfordern.
GENOMER* 4256: Aliphatisches Urethan-Methacrylat. Bietet hervorragende Elastizität und Dehnbarkeit sowie verbesserte Lichtechtheit und chemische Beständigkeit. Einsatz etwa in flexiblen Implantaten oder Prothesenteilen, die einer langfristigen Belastung standhalten müssen
Die Entwicklung von Produkten für medizinische Anwendungen erfordert gründliche Forschung, um alle gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. RAHN unterstützt Sie während des gesamten Prozesses zur Schaffung wertvoller und wettbewerbsfähiger Produkte. Kontaktieren Sie uns, um mehr über unsere Druck- und Lösungen für UV-härtende Harze für den 3D-Druck für eine Vielzahl von Branchen zu erfahren.
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